Frauenfußball

Frauenfußball -
Fußball wie in der guten alten Zeit

Als Schulbub habe ich mir gerne die Spiele der Frankfurter Eintracht im Waldstadion angeschaut, Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft ließ ich mir – zumindest am Fernsehen – nicht entgehen.  Beide Mannschaften gewannen nicht alle Spiele, aber es waren meine Eintracht und meine Nationalelf, Männer und Mannschaften, die man sympathisch fand, zu denen man - obwohl nicht miteinander bekannt – eine Beziehung hatte. „Grabi“, „Uns-Uwe“, „Kleines Müller“, „Kaiser Franz“* und Sepp Maier, das waren Leute, denen man gerne zusah, sie hatten noch Freude am Spielen und obwohl sie schon damals gut (wenn auch wesentlich weniger als heute) verdient haben, hatten sie noch Bodenhaftung, sie waren Vorbilder.

Heute gibt es kaum noch heimische Spieler in den Mannschaften, scheint es nur noch ums Geld und Image (selbst wenn es in meinen Augen oft ein schlechtes ist) zu gehen.  Es fehlt nur noch „the American Way“, daß man nämlich ganze Mannschaften verkauft und von einem Ort an den anderen verlegt.  Einsatz, Freude und Sympathie sind zum größten Teil auf der Strecke geblieben.  Fußball war für mich bis vor kurzem abgehakt, eher nur noch etwas, das man mit Verwunderung und auch Wehmut betrachtet.

© Bild: Dittmar Pfeil, UEFA-CUP Viertelfinale, 15.10.2005 1. FFC Frankfurt - Arsenal London 3:1 (2:1) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de
© Bild: Dittmar Pfeil, UEFA-CUP Viertelfinale, 15.10.2005 1. FFC Frankfurt - Arsenal London 3:1 (2:1) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de

 

Fast gänzlich von den Medien totgeschwiegen, haben sich aber Menschen und Mannschaften hochgearbeitet, die wirkliche Beachtung verdienen, die als Vorbilder für unsere an Leitbildern aus der Gegenwart armen Jugend dienen können.

Weltmeister (plus einmal Vize-, einmal Vierter, insgesamt viermal unter den besten 8 in der Welt), sechsmaliger Europameister, zweimal Bronze bei Olympischen Spielen und das alles in nur 16 Jahren!  In neun Europameisterschaften sechsmal (1989, 1991, 1995, 1997, 2001 und 2005) den Titel mit nach Hause zu bringen, das ist bei Mannschaftsspielern wohl kaum zu überbieten, fast schon Auszeichnung genug.  Wenn man aber bedenkt, daß diese Frauen fast kein Geld für ihre Leistungen (auch nicht für die in den Vereinen wie 1. FFC Frankfurt und 1. FFC Turbine Potsdam) bekommen, ja, alle im Beruf z.B. als Physiotherapeuten, Kaufleute oder im Studium eingespannt sind und dort auch „ihren Mann“ stehen müssen, so kommt man aus dem Wundern und Staunen, daß es so etwas in unserer Zeit noch gibt, gar nicht mehr raus.

© Bild: Steffi Klein, Ehrenrunde der Europameister 2005, Finale, 19.06.2005 Deutschland - Norwegen   3:1 (2:1) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de
© Bild: Steffi Klein, Ehrenrunde der Europameister 2005, Finale, 19.06.2005 Deutschland - Norwegen 3:1 (2:1) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de

 

Wundern tut man sich auch, daß man kaum etwas von diesen wirklichen Stars hört, daß die Spiele vor minimaler Zuschauerkulisse stattfinden, z.B. nur knapp 7.500 beim 5:1 gegen Rußland in Siegen.

Am 20.10.2005 kam diese Mannschaft nun nach Bayreuth und das ließ ich mir dann doch nicht entgehen.  Die Kritiken waren zwar nicht besonders gut, aber die 15.500 Zuschauer (die meisten hatten als Gruppe nur einen Euro pro Person für einen Stehplatz bezahlen müssen) waren begeistert, begeistert von dem Einsatz, dem Stellungsspiel, der Ballweiterleitung.    Weniger gut war die Chancenverwertung sowie die Paßgenauigkeit, wenn ein Ball weit nach vorne gehen sollte oder als Ecke getreten wurde.  Die Spielerinnen versprühten während und nach dem Spiel ihren Charme, gewannen die Sympathie der anwesend, insofern nicht ohnehin vorhanden.  Besonders eifrig und gut waren an diesem Tag Anja Mittag, Renate Lingor und Sarah Günther.  Allen drei hätte ich wirklich ein Tor gegönnt, denn nur so scheint eine hervorragende Leistung der Nachwelt erhalten zu bleiben.  Birgit Prinz und Kerstin Stegemann gefielen auch gut und wurden zumindest was die Tore betrifft dafür auch belohnt - Birgit Prinz 2x (das letzte nach einem schönen Eckstoß von Renate Lingor) und Kerstin Stegemann, die, obwohl Abwehrspielerin, zumindest am Ende dauernd aus der Abwehr heraus über die rechte Seite die Bälle ganz nach vorne trug.  Nur einmal geprüft wurde Silke Rottenberg, die sich ansonsten anstatt vor dem Tor außerhalb des Strafraumes, ja sogar bis fast an der Mittellinie aufhielt.  Sie strahlte stoische Ruhe und Souveränität aus.

© Bild: Nora Kruse, WM 2007 Qualifikationsspiel, 20.10.2005 Deutschland - Schottland    4:0 (1:0) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de
© Bild: Nora Kruse, WM 2007 Qualifikationsspiel, 20.10.2005 Deutschland - Schottland 4:0 (1:0) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de

 

Bei den Schottinnen absolvierte Pauline Hamille, von Anfang an ein Laufpensum, daß auch meine Nachbarn sich wunderten, wie lange sie dies durchhalten würden.  Sie war einfach überall.  Da die schottische Mannschaft äußerst defensiv eingestellt war, konnte sie als Einzelkämpfer aber nur wenig erreichen.  In der 71. Minute waren die Batterien dann wohl doch leer, obwohl sie sich nichts anmerken lies und sie wurde wie fünf Minuten später ihre ebenfalls angenehm auffallende Kameradin Suzanne Grant ausgewechselt.

© Bild: Beate Wolters, WM 2007 Qualifikationsspiel, 25.09.2005 Deutschland - Russland    5:1 (3:0) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de
© Bild: Beate Wolters, WM 2007 Qualifikationsspiel, 25.09.2005 Deutschland - Russland 5:1 (3:0) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de

 

Es wäre zu wünschen, daß „unsere Mädels“ weiter den Spaß am Spiel behalten werden, daß sie erfolgreich sein mögen, von diesem Erfolg aber nicht verdorben werden, und daß sie von Verletzungen verschont bleiben.

© Bild: Dittmar Pfeil, UEFA-CUP Viertelfinale, 15.10.2005 1. FFC Frankfurt - Arsenal London 3:1 (2:1) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de
© Bild: Dittmar Pfeil, UEFA-CUP Viertelfinale, 15.10.2005 1. FFC Frankfurt - Arsenal London 3:1 (2:1) viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de

 

 

Mannschaftsfoto

© Bild: Volker Lieberum, Mannschaftsfoto im Trainingslager viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de Spielberichte, Nachrichten uvm auch im Online-Magazin von Frauenfußballfans www.fansoccer.de
© Bild: Volker Lieberum, Mannschaftsfoto im Trainingslager viele weitere Bilder finden Sie auf der Seite von Renate Lingor: www.idgie10.de Spielberichte, Nachrichten uvm auch im Online-Magazin von Frauenfußballfans www.fansoccer.de

 

* für die jüngeren unter Ihnen, die richtigen Namen, die zumindest in dieser Form noch für jeden ein Begriff sein sollten: Jürgen Grabowski, Uwe Seeler, Gerd Müller und Franz Beckenbauer. Sie haben Bestand, so wie Fritz Walter und seine Mannen aus der Weltermeisterschaftself von 1954 nie vergessen werden, solange in Deutschland Fußball gespielt wird.

 
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